30. September 2014      Artikel verlinken

Die Giseh-Pyramiden wurden betoniert!

Hier können Sie ein hochinteressantes wissenschaftliches Video (ca. 11 Minuten) darüber herunterladen, wie die Pyramiden von Giseh tatsächlich erbaut wurden.

Prof. Joseph Davidovits vom französischen Geopolymer-Institut in St. Quentin, der weltweit führende Experte im Bereich der Geopolymere, stellte in einem erfolgreichen Feldversuch nach, wie die Kalksteinblöcke, die den größten Teil der Pyramiden von Giseh ausmachen, tatsächlich hergestellt wurden. Im September 2002 machte er sich mit einer Gruppe von Fachleuten daran, massive Pyramidenblöcke nachzuahmen. Zur Reagglomeration der Kalksteinblöcke hat Prof. Joseph Davidovits folgende Stoffe benutzt:

Natron ( bleibt nach Verdunstung z.B. in Seen zurück, vielfach zur Mumifizierung benutzt), Kalziumoxid (u.a. in pflanzlicher Asche vorhanden), Kaolin (natürlicherweise im Giseh-Kalkstein vorhanden), unzerstoßenes loses Kalksteinmaterial von fossiler Kleintierschalen.

Zunächst wurden Natron und Kalziumoxid in 500 Litern Wasser aufgelöst, daraufhin wurde das Kaolin, welches im Kalkstein des Giseh-Plateaus natürlicherweise vorkommt, beigemischt. Schließlich wurde eine Tonne lockerer, nicht zerstoßener französischer Kalkstein zugefügt. In den nächsten Tagen verdunstete ein Großteil des Wassers und eine Mischung aus 95% Kalkstein und 5% Bindemittel blieb übrig. Das noch feuchte Material besaß eine ähnliche Konsistenz wie naßfeuchter Sand.

Die gesamte Arbeit wurde von Hand oder unter Zuhilfenahme primitiver Werkzeuge verrichtet. Das noch feuchte Kalksteingemisch wurde in einem letzten Arbeitsschritt in wiederverwendbare Holzummantelungen gefüllt und mit einem Stampfer kompaktiert. Bei hohen Außentemperaturen, wie sie in der Wüste Ägyptens herrschen, trocknet ein solch einfach hergestellter kompakter Block innerhalb kurzer Zeit aus. Im kühleren französischen Klima konnten die Holzummantelungen nach nur vier Stunden bereits entfernt und für weitere Blöcke verwendet werden.

Die entstandenen synthetischen Kalksteinblöcke sehen genau wie natürliche aus. Blöcke, die aus feuchterem Kalksteinmaterial hergestellt wurden, zeigten glatte Oberflächen, während die aus trockenerem Material angefertigten Blöcke grobe Oberflächen ausbildeten – was man auch in Giseh beobachten kann. Die Verbindungen zwischen den Blöcken sind perfekt, eine Tatsache, die bei den Pyramiden von Giseh immer als ungeklärte Meisterleistung bestaunt wurde.

Die künstlichen Blöcke können selbst von Experten kaum von natürlichen unterschieden werden. Denn bei geopolymerischen Kalksteinen und auch bei den ägyptischen Kalksteinblöcken, aus denen die Giseh-Pyramiden größtenteils bestehen, haben wir es mit einem Material zu tun, das ein Agglomerat fossiler Kleintierschalen ist, das ca. aus 95% fossilem Schalenmaterial und dazwischen einer kleinen Menge Bindemittel besteht, das mikritischer Binder genannt wird. Wenn man einen Dünnschliff macht, sieht man zwangsläufig (sowohl bei den natürlichen als auch bei den synthetisch hergestellten Blöcken) die natürlichen Elemente, also die fossilen Schalen, die 95% des Kalksteins ausmachen. Und wenn man die 5% mikritischen Binder, den geologischen Klebstoff, nicht sehr genau unter die Lupe nimmt, sieht man keinen Unterschied zwischen dem natürlichen und dem künstlich hergestellten geopolymerischen Kalkstein.

Prof. Joseph Davidovits’ Forschungsgruppe schickte Proben ihrer reagglomerierten Kalksteine, die sie 2002 hergestellt hatten, an zwei etablierte geologische Institute in Frankreich. Das erste war das Amt für geologische Forschung (BRGM), und das zweite war der geologische Fachbereich des naturkundlichen Museums in Paris. Sie teilten den Instituten mit, daß sie diese Kalksteine gefunden hätten, die ihnen merkwürdig vorkommen, und fragten, ob diese in Erfahrung bringen könnten, was damit los sei. Beide Institute haben Dünnschliffe gemacht, diese dann untersucht und Berichte dazu geschrieben.

Beide Institute behaupteten, daß es sich bei den Proben um natürliche Kalksteine handele. Der Binder, den Prof. Joseph Davidovits zur Reagglomeration des Steins benutzt hatte, wurde von diesen Fachinstituten als natürlicher mikritischer Binder ausgewiesen.

Bei Untersuchungen von Original-Steinproben der Giseh-Pyramiden fanden die Forscher um Prof. Joseph Davidovits die Unterschiede, die auf den künstlichen Charakter der Pyramidenblöcke hinweisen, sie fanden z.B. Luftblasen, die für schlecht kompaktierte künstlich hergestellte Blöcke charakteristisch sind, und auch Trocknungsrisse, wie sie im Randbereich von aneinanderbetonierten Betonblöcken oft vorzufinden sind. Außerdem haben sie organische Fasern in den Blöcken entdeckt, die in angeblich 60 Millionen Jahre alten Kalksteinblöcken nicht vorhanden sein dürften.

Weitere hochinteressante Neuigkeiten zu den Giseh-Pyramiden demnächst.




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